L-Nummern: Weitere Harnischwelse aus Peru und Brasilien In Datz 12/2003 wurden bereits mehrere aquaristisch neue Harnischwelse aus diesen beiden Ländern vorgestellt. Weiter geht’s! In den Importsendungen des in Datz 11/2003 abgebildeten Loricariiden L 350 findet man häufig eine Panaqolus-Art, die hier die Codenummer L 351 erhält. Da beide Welse in ihrem Habitus sehr ähnlich aussehen (sehr lange Schwanzflossenfilamente und extrem kleine Augen), werden sie von den peruanischen Exporteuren meistens als Angehörige einer einzigen Art angeboten. Die Vermutung liegt nahe, dass beide Arten syntop vorkommen. Vor allem juvenile Tiere lassen sich nur durch einen Blick in das Maul voneinander unterscheiden: L 351 hat – für Panaqolus typisch – nur wenige löffelartige, L 350 hingegen zahlreiche lange und spitze Zähne. Auch farblich gibt es Unterschiede: Die neue Panaqolus-Art besitzt ein unregelmäßiges „Punkt- und Linienmuster“ auf grauem Untergrund. Die Körperfärbung von L 350 ist im Gegensatz dazu einheitlich anthrazit bis schwarz ohne erkennbare Zeichnung. Lediglich sämtliche Flossen sind deutlich getüpfelt und/ oder gestrichelt. Die Endgröße von L 351 ist mir nicht bekannt; die größten bisher von Transfish importierten Tiere waren rund zwölf Zentimeter lang. Aus dem Rio Iriri (Pará, Brasilien) stammt eine Ancistrus-Art, die zusammen mit Hopliancistrus sp. (L 171) eingeführt wurde. L 352 ist sicher eine Bereicherung für die Aquaristik, da es sich anscheinend um eine kleiner bleibende Art handelt. Vom Farbkleid her gleicht sie am ehesten Ancistrus claro Knaack, 1999 aus dem Rio Claro (Mato Grosso). L 353 erinnert sehr stark an die aus Altamira kommende Oligancistrus-Art L 16, die häufig falsch als Oligancistrus punctatissimus (Steindachner, 1882) bezeichnet wird. Beide Arten weisen dasselbe Farbkleid auf, eine schwarze Grundfärbung mit feinen weißen Tüpfeln. Bei L 353 sind die Pünktchen etwas kleiner und können in Stress-Situationen vollständig verschwinden. Während die Tüpfel des „Original-L 16“ (Datz 3/ 1989) auf der Handaufnahme außerhalb des Wassers nicht zu sehen sind, zeigt der hier abgebildete L 16 (Aquarienfoto!) seine hellen Pünktchen sehr deutlich. L 16 und L 353 haben – im Vergleich zu anderen Oligancistrus-Arten – extrem große Rücken- und Schwanzflossen (bei den Oligancistrus-Arten ist die Dorsale über eine Membran mit dem Adiposenstrahl verbunden). Der neue Segelflossen-Oligancistrus kommt nicht nur im Rio Iriri vor, sondern wurde auch bei São Felix am Rio Xingu gefunden. Transfish importierte 2003 größere Stückzahlen und brachte sie als „L 16-Variante“ in den Handel. Die Endgröße dürfte bei zwölf bis 14 Zentimetern liegen. Bei L 354 handelt es sich um eine weitere Oligancistrus-Art, die ebenfalls an eine bereits bekannte Art aus Altamira erinnert (L 20). Farblich ist L 354 aus dem Rio Iriri jedoch attraktiver. Die braune Grundfärbung ist kräftiger, die weißen Flecke sind größer und leuchtender. Insgesamt wirkt L 354 bulliger und hochrückiger. Die Art besitzt mehr Kieferzähne als L 20 aus Altamira. L 354 wurde als „L 20 Spezial“ in den Handel gebracht. Die größten eingeführten Tiere waren ungefähr zwölf Zentimeter lang. Autor:&nbspAndré Werner